Die Augenfarbe bei Babys: Wie und wann sie sich verändert

Warum, wie und wann sich die Augenfarbe Ihres Neugeborenen festlegt

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Viele werdende Eltern fragen sich, welche Augenfarbe ihr Kind haben wird und sind überrascht, wenn sie ihrem Baby zum ersten Mal in die Augen sehen. Denn bei der Geburt haben viele Neugeborene blaugraue Augen, unabhängig von der Augenfarbe der Eltern. Doch warum ist das so? Und wie entwickelt sich die endgültige Augenfarbe? Werfen wir einen Blick auf die Hintergründe dieses faszinierenden Wandels.

Die Entwicklung der Augenfarbe wird durch die Genetik beeinflusst

Die Augenfarbe ist ein faszinierendes genetisches Merkmal, das vor allem von den Chromosomen 15 und 19 bestimmt wird, also vom Erbgut, das das Baby von seinen Eltern erhält. Jeder Elternteil gibt die Hälfte seiner Gene für die Augenfarbe weiter, aber die Vererbung folgt dabei keiner einfachen Regel.

 

Dunkle Farben wie Braun sind in der Regel dominant und setzen sich häufiger durch als helle Farben wie Blau oder Grün, die rezessiv vererbt werden. Das bedeutet: Wenn ein Elternteil braune Augen hat, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch das Kind diese Augenfarbe erbt.


Grundsätzlich gilt folgende Faustregel:


  • Beide Eltern haben blaue Augen: Es ist sehr wahrscheinlich, dass auch das Baby blaue Augen hat, aber nicht zu 100 % sicher.
  • Beide Eltern haben braune Augen: Die Chance auf braune Augen ist hoch, aber wenn es helläugige Verwandte gibt, kann das Kind auch eine andere Augenfarbe bekommen.
  • Ein Elternteil hat blaue, der andere braune Augen: Es besteht etwa eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit für jede der beiden Farben.
  • Die Eltern haben grüne oder haselnussbraune Augen: Dann ist die Vorhersage schwieriger, hier sind mehrere Farbvarianten möglich. 

Zur Orientierung kann eine Tabelle mit möglichen Augenfarbenkombinationen helfen, um die Frage zu beantworten: Welche Augenfarbe wird mein Baby haben?

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Tabelle der Augenfarben von Neugeborenen

Quelle: https://mylumineyes.com/it/guida-alla-tabella-dei-colori-degli-occhi/

Allerdings ist die Vererbung der Augenfarbe komplex und hängt nicht nur von einem dominanten Gen ab. Mehrere Gene spielen zusammen, und auch Merkmale der Großeltern können sich in der Augenfarbe des Kindes widerspiegeln. Das sorgt für eine große Vielfalt innerhalb einer Familie.

Warum verändert sich die Augenfarbe von Neugeborenen?

Bei der Geburt haben viele Babys graublaue Augen. Das liegt am niedrigen Melaninspiegel, also dem Pigment, das für die Färbung von Augen, Haut und Haaren verantwortlich ist. Während der Schwangerschaft gelangen keine UV-Strahlen in die Gebärmutter, die die Melaninproduktion anregen könnten. Zudem sind die Melanozyten, die Zellen, die Melanin produzieren, bei Neugeborenen noch nicht vollständig entwickelt.

Ab wann sieht man die Augenfarbe bei Neugeborenen endgültig?

In den ersten Lebensmonaten beginnt sich Melanin in der Iris einzulagern, wodurch sich die Augenfarbe verändert und allmählich stabilisiert. In der Regel werden die Augen dunkler, wie stark, hängt vor allem von der genetischen Veranlagung ab. Auch Sonnenlicht spielt eine Rolle, da es die Melaninproduktion stimuliert.

 

Babys mit hellen Augen (blau, grau, grün) werden meist eine dunklere Farbe entwickeln. In seltenen Fällen kann es auch umgekehrt sein, dass braune Augen heller erscheinen. Meist stabilisiert sich die Augenfarbe zwischen dem 6. und 9. Lebensmonat. Doch wirklich endgültig ist sie oft erst nach dem ersten Geburtstag.

 

Früher glaubte man, dass vermehrte Sonnenexposition die Festlegung der Augenfarbe beschleunige, heute weiß man: Diese Praxis ist nicht nur wirkungslos, sondern auch riskant. Die empfindlichen Augen von Babys müssen gut vor UV-Strahlung geschützt werden, unabhängig von der Augenfarbe. Sonnenbrillen mit UV-Schutz, Kopfbedeckungen oder Sonnenblenden bieten hier wichtigen Schutz.